BÖLW -Pressemitteilung zu Crispr-Nobelpreis

Berlin, 08.10.2020. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), kommentiert die Vergabe des Chemie-Nobelpreises an die Erfinderinnen der Genschere Crispr-Cas:

„Der Chemie-Nobelpreis gilt einer Entdeckung, deren Tragweite noch nicht abschätzbar ist. Emmanuelle Charpentier selbst hat zur Vorsicht im Umgang mit ihrer Erfindung gemahnt. Und an die weltweite Wissenschaftsgemeinde appelliert, ihre Genmanipulationstechnik nicht in der menschlichen Keimbahn einzusetzen. Die Risiken von Crispr-Cas beim Einsatz in der Medizin gelten auch für die Umwelt, wenn Gentech-Pflanzen freigesetzt werden. Denn Eigenschaften, auch ungeplante, die durch Vererbung weitergegeben werden, sind in beiden Fällen nicht rückholbar.

Es ist deshalb nur logisch und dem Vorsorgeprinzip folgend vernünftig, dass der EuGH die Genschere 2018 ohne Wenn und Aber der Gentechnik zugeordnet hat. Crispr-Produkte müssen zum Schutz von Mensch und Umwelt reguliert werden, was die Risikoprüfung und Kennzeichnung der Gentech-Gewächse einschließt. Nur wenn nach Gentechnikrecht reguliert wird, haben Bäuerinnen, Lebensmittelhersteller und Kundinnen Wahlfreiheit.“

Vollständige Pressemitteilung und Hintergrund

 

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